|
Jan
|
|
Donnerstag, den 05. Januar 2012 um 22:21 Uhr |
Die Frage, die sich irgendwann jeder vegan lebende Mensch stellt oder gestellt bekommt, ist die nach der Versorgung mit B12 und deshalb hier ein kurzer Bericht über mein Selbstexperiment.
Irgendwann mit Beginn des Jahres 2007 stellte ich meinen Verzehr tierischer Produkte ein. So genau weiß ich das nicht mehr und habe es auch nicht festgehalten. Meiner Entscheidung folgte noch eine Zeit, in der ich Vorhandenes wie Honig aufbrauchte. Bis zu meinem fast 28sten Lebensjahr aß ich also häufig Fleisch und regelmäßig Aufschnitt, trank täglich Milch, verzehrte Joghurt und Eier. Zu meiner dann neuen Ernährung gehörten (weiterhin) auch Produkte, die mit B12 versetzt waren, aber keine Vitaminpräparate oder Nahrungsergänzungsmittel.
Ungefähr ein Jahr später veränderte ich meine Ernährung weiter und aß ab dann nur noch rohe Lebensmittel, schloss also verarbeitete und somit künstlich angereicherte Lebensmittel aus. Es war eine gemüse- und fettlastige Rohkost, der ca. ein halbes Jahr später ein erneuter Wandel zur Fruchtkost folgte, die ich durch The 80/10/10 diet von Douglas N. Graham kennenlernte und Teil der Lebenswissenschaft ist. Laut Graham gibt es im wesentlichen vier Gründe für einen B12-Mangel, von denen einer die gestörte Aufnahme im Körper ist und deshalb nachweislich kein alleiniges Problem vegan lebender Menschen ist.
Ich möchte meine Ernährungsweise an dieser Stelle nicht erläutern, da dies den Rahmen sprengt, aber ich hatte mich dazu entschieden auch weiterhin ohne synthetisches B12 auszukommen. Ich spekulierte darauf, dass meine veränderte Lebensweise und das Essen von vorwiegend biologisch angebautem Salat und Gemüse, welche ich nicht übermässig wasche, wenn überhaupt, mir die nötigen Mikroorganismen und deren Ausscheidung bescheren würde. Meine Zuversicht war groß und die "Horrorgeschichten" über B12-Mangel hatten mich nicht beeindruckt, vielleicht auch, weil ich mit Menschen sprach, die nach Mangelerscheinung und anschließender Zufuhr per Spritze keine bleibenden Schäden davon getragen hatten. Zumindest bis dahin nicht nachweislich ;) Außerdem gehört zu meinem Selbstexperiment die Absicht Zugang zu meinen Instinkten zu erhalten, sowie ein intensives Körperverständnis.
So lief dann auch alles gut und unauffällig. 1 Jahr. 2 Jahre. 3 Jahre. Es began rückblickend mit Müdigkeit und manchmal kribbelnden Fingern und obwohl aus unterschiedlichen Zusammenhängen das Thema B12 mehr als sonst in mein Bewusstsein drang, ignorierte ich diese Symptome. Dann kam ein einschneidendes Erlebnis: Während meines Krafttrainigs an einem Samstag Nachmittag Anfang September hatte ich eine Sehstörung. Ich konnte kein klares Bild erkennen, es wirkte irgendwie überlagert und dazu Lichterscheinungen auch bei geschlossenen Augen. Nach einiger Zeit legte sich dies wieder und ich führte kurz darauf ein Telefonat, bei dem ich mich plötzlich nicht mehr artikulieren konnte. Ich wusste im Verlauf auf einmal nicht mehr was und wie ich es formulieren sollte. Das Nachdenken und Fassen von klaren Gedanken war mir nicht möglich. Ich legte mich drauf hin und schlief eine Weile, was die Situation normalisierte. Ich hatte sehr schnell den Verdacht, dass es am B12 liegen könnte und war nach einiger Recherche entschlossen mir Methyl B12 zuzulegen, was ich allerdings erst Montag würde kaufen können. Den ganzen Sonntag verbrachte ich mit Kopfschmerzen im Bett, welche ich aber nicht direkt der gleichen Ursache zuordnen konnte. Erlebnisse wie am Tag zuvor blieben allerdings aus. Montag morgen dann erschreckte mich mein Körper mit einer weiteren Wahrnehmungsstörung. Obwohl ich meine Hände gezielt verwenden konnte, fühlten sie sich nicht wie die eigenen an. Es war der Eindruck wie bei dem Spiel, bei dem die eigenen Arme und Hände versteckt werden und jemand anders hinter einem seine Arme so verwendet als wären es die eigenen. Auch das ließ nach einer kurzen Ruhephase im Bett nach. Etwas später konnte ich dann glücklicherweise das gewünschte Präparat kaufen, da ich nicht weit weg von Roots of Compassion wohnte und arbeitete. Mit Einnahme dieser Lutschtabletten bleiben die genannten Symptome aus. Mein B12-Speicher scheint leer zu sein. Anfangs war ich noch nachlässiger mit der Einnahme der Tabletten, so dass mich noch weitere Male die Symptome mit der Sehstörung und den Phantomhänden heimsuchten. Ich gewöhnte mir dann eine regelmäßige Einnahme alle drei Tage an, musste nach einiger Zeit jedoch nochmals nachbessern und verweile nun bei einer zweitäglichen Zufuhr.
Obwohl ich zu keinem Zeitpunkt medizinischen Rat in Anspruch genommen habe, scheint sich meine Diagnose bestätigt zu haben. Wichtig ist mir bei dem B12-Präparat, dass es keine anderen Nährstoffe beinhaltet, da ich sonst nicht sicher sein konnte an was es wirklich mangelt. Es war wohl ein Zufall, dass dieses Produkt noch nicht so lange hier verfügbar war.
Solange mir die Umstände nicht erlauben mich naturgemäßer als jetzt zu ernähren, werde ich diese Tabletten weiterhin nehmen und beobachten und mitteilen, wenn sich wieder etwas ändert.
|
|
|
Jan
|
|
Mittwoch, den 07. Dezember 2011 um 21:18 Uhr |
Ich bin auf einen englischen Blogeintrag aus dem Sommer dieses Jahres gestoßen: Why Do Most Vegetarians Go Back To Eating Meat?
Darin wird das Ergebnis einer Umfrage unter 77 Ex-Vegetariern beschrieben, wobei es sich wohl eher um Veganer handelt, da ebenfalls von nur pflanzlicher Ernährung gesprochen wird, allerdings im Gegensatz vom Essen von Tieren/Fleisch.
|
|
Aber bitte mit Herz und Verstand |
|
Jan
|
|
Dienstag, den 08. November 2011 um 12:05 Uhr |
Etwas verspätet, aber letztendlich doch noch die Entscheidung auf diesen Artikel einzugehen. Man möge meine weniger friedlichen Äußerungen verzeihen.
|
|
|
Jan
|
|
Montag, den 28. November 2011 um 20:56 Uhr |
Hallo liebe Freunde der pflanzlichen Kost,
in meinen Bemühungen möglichst viele Lebensmittel davor zu bewahren weggeworfen zu werden, habe ich nun ein erstes Konzept fertig gestellt, welches auf den Seiten von Transition Town Münster zu finden ist: www.aufessen.de.ms.
Es bietet sich auch dazu an den Gedanken der pflanzlichen Ernährung weiter zu verbreiten und anschaulich zu machen.
Ich freue mich auf viel Unterstützung.
|
|
Die Diktatur des vegetarischen Donnerstags |
|
Jan
|
|
Sonntag, den 24. Juli 2011 um 17:33 Uhr |
Bevormundung. Einschränkung der Freiheit. Geht es nicht noch eine Nummer kleiner?
Da bald auch der letzte Profiteur der tierverarbeitenden Industrie begriffen hat, dass die sachliche Argumentation nicht zu seinen Gunsten ausgehen kann (Die Leugnung des Schadens durch Fleischverzehr auf Tier, Mensch und Natur in Form von negativen Auswirkung auf Gesundheit, Gerechtigkeit und Umwelt steht mittlerweile für Unwissenheit oder Weltfremdheit), wird im Angesicht von Macht und Geldverlust auf der emotionalen Schiene gekämpft: Es erfolge also ein Eingriff in die freie Entscheidung der Bürgerin und des Bürgers. Sehr beliebt auch die geistreiche Frage danach, ob wir nicht andere, wichtigere und dringendere Probleme und Sorgen hätten.
|
|
|
|
|
<< Start < Zurück 1 2 3 Weiter > Ende >>
|
|
Seite 1 von 3 |