Aber bitte mit Herz und Verstand
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SchwachPerfekt 
Jan
Dienstag, den 08. November 2011 um 12:05 Uhr
Etwas verspätet, aber letztendlich doch noch die Entscheidung auf diesen Artikel einzugehen. Man möge meine weniger friedlichen Äußerungen verzeihen.
Was bewegt Menschen dazu eine Idee und Lebensweise auszuprobieren, die sie nicht verstehen?

Da die Formulierungen von Frau Diecksmeier tendenziös sind und der Eindruck eines ergebnisoffenen Test snicht vorhanden ist, bleibt nur die Schlussfolgerung, dass sie die eigene festgefahrene Meinung zu bestätigen versucht und gleichzeitig weiteren Widerstand und weitere Ablehnung aufbauen will, zur Absicherung des eigenen Verhaltens wahrscheinlich sogar muss. Wer in gleicher Weise tickt mag sich beim Lesen bestätigt fühlen, wer allerdings mit der Absicht durch die Welt geht seinen Horizont zu erweitern und für den Hirn mehr ist als eine Speise, den könnte die präsentierte Unfähigkeit zum Fremdschämen bringen.

Gibt es den Konsens, dass gewollte Ahnungslosigkeit und Ungeschicklichkeit einen ethischen Freibrief darstellen? Wer nicht gewillt ist, sich auf eine andere Sichtweise im Umgang mit Mensch, Tier und Natur insgesamt einzulassen, der sollte an seinem Stammtisch bleiben und sich nicht öffentlich blamieren. Aufgrund der inzwischen sogar in angesehenen Medien erschienen ausführlichen Artikel zum Thema Veganismus und Tierrecht, hätte ich von einer so genannten Redakteurin mehr Sachverstand erwartet. Aber Frau Diecksmeier ist kein Spruch und keine Schlussfolgerung zu blöd, ein Wunder, dass sie nicht geschrieben hat, dass sie nun ihrem Essen das Essen weg esse.
Was zeichnet diese Frau mehr aus? Dass sie unfähig ist etwas anderes als Fleischstücke zu ihrem Genuss zuzubereiten oder dass sie das Töten eines Tieres ins Lächerliche zieht?

Die erwähnte Kellnerin ist keine Ausnahme. Selbst der Klartext, dass keine Tiere verzehrt werden, zeigt wie wenig viele Menschen über ihr Essen wissen: komischer und weltfremder als dieser Artikel können die Reaktionen sogar manchmal sein. Da ist Lakritz nur ein kleines Beispiel.

Die größte Herausforderung für Menschen, die das mit der veganen Lebensweise nicht verstehen ist der vermeintliche Verzicht: Genauso wenig, wie Frau Diecksmeier darauf verzichtet Hunde und Spatzen zu essen, verzichtet der Veganer darauf Schwein zu essen oder Milch zu trinken. Viele Menschen sehen eine Selbstbestimmung darin, dass sie das essen, was ihnen von klein auf als normale, richtig und lecker beigebracht wird. Ein einfacher Blick über den Tellerrand lässt erkennen, dass der Kulturkreis, in dem wir aufwachsen, entscheidet, ob und welches Tier wir essen, das hat erst einmal nichts mit Notwendigkeit, freiem Willen und Geschmack zu tun.

Ich frage mich nun, warum uns die Redakteurin also nicht ihren Intellekt präsentiert hat, sondern nur wie erleichtert sie davon ist einer verstand- und herzlosen Konsummaschinerie anzugehören. Die Lösung ist einfach und traurig: sie ist sich dieser nicht bewusst, nicht einmal, dass sie ihr zu Diensten steht.

Fazit: Lieber eine Seite weniger statt eine kostenlose Zeitung mit inhaltsleeren Texten zu füllen, sondern wird aus kostenlos umsonst.
 

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"Wir werden in Ewigkeiten nicht mehr gut machen können, was wir den Tieren angetan haben."

Mark Twain