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Jan
Mittwoch, den 07. Dezember 2011 um 21:18 Uhr
Ich bin auf einen englischen Blogeintrag aus dem Sommer dieses Jahres gestoßen:
Why Do Most Vegetarians Go Back To Eating Meat?

Darin wird das Ergebnis einer Umfrage unter 77 Ex-Vegetariern beschrieben, wobei es sich wohl eher um Veganer handelt, da ebenfalls von nur pflanzlicher Ernährung gesprochen wird, allerdings im Gegensatz vom Essen von Tieren/Fleisch.

Wie in der dortigen Grafik zu sehen ist, werden als häufigste Ursache gesundheitliche Gründe genannt, wobei sich leider nicht erkennen lässt, ob diese wirklich aus Tiermangel entstanden oder daraus, dass keine angemessene Anpassung der "Essweise" an die gewünscht Ernährung erfolgt ist.

Der nächste Punkt ist gezeichnet durch mit der Ernährungsweise verbundenen Auseinandersetzung, gefolgt von Gelüsten, dann der Gemeinschaftsaspekt und nur gering eine neue ethische Sichtweise.

Ich finde es nachvollziehbar aus Angst um die eigene Gesundheit wieder zu einer Ernährungsweise zurück zu kehren, von der man gewisse Körperentwicklungen nicht gewohnt war. Da ich aber Gesundheit für sehr komplex halte, würde ich selber erst andere Unstimmigkeiten suchen und bearbeiten als mit Tieren eine eher oberflächliche Unversehrtheit zu erlangen.

Nachvollziehen finde ich auch, wie Konflikte und das Zugehörigkeitsgefühl Menschen dazu bewegen können sich von der pflanzlichen Nahrung wieder abzuwenden, sowohl vorübergehend wie auch langfristig. Essen ist ein so integraler Bestandteil von menschlichen Gemeinschaften und Gesellschaften, dass wir schon von Kleinauf Emotionen und Ereignisse damit verbinden.

Am intensivsten nachempfinden kann ich die Gelüste, vielleicht besonders deshalb, weil ich mir nicht einmal die pflanzlichen Alternativen zu Gemüte führe. Mit meiner rohen Frucht- und Gemüsekost habe ich eine vergleichsweise kleine Auswahl zu der Nahrungspalette mit der ich den größten Teil meines bisherigen Lebens verbracht habe. Und jede Speise prägt.
Mich erstaunt immer wieder, was das wohl für Mechanismen sind, die allein aufgrund dieses vergleichsweise kurzen Moments im Mund eine Vielzahl von Wissen, Gefühlen, Moralvorstellungen usw. außer Kraft setzen können. Und ich erschrecke über mich selber wie stark auch bei mir hin und wieder dieses Verlangen empor steigt und sich meiner Entscheidung bemächtigen möchte. Ich zweifel daran, dass in solchen Fällen der Instinkt nach bestimmten Nährstoffen ruft, aber ich konnte auch noch nicht herausfinden welche Situationen oder Stimmungen diesen Zwist auslösen.

Einfach aus der Beobachtung heraus, dass Gelüste für bestimmte Speisen erst entstehen, nachdem wir sie mindestens einmal gegessen habe, bleibe ich bei der Überzeugung, dass es ein langwieriger Prozess bleibt sich von diese Süchten und Programmierung wieder zu lösen und andere Mittel und Wege zu finden und zu lernen, um eine Zufriedenheit zu erlangen.
 

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„Die Größe und den moralischen Fortschritt einer Nation kann man daran messen, wie sie die Tiere behandelt.“

Mohandas Karamchand Gandhi