| Das große Fressen |
| Unser Blog - Jan |
| Samstag, den 16. Oktober 2010 um 16:29 Uhr |
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Im Moment dreht sich alles um Essen und Ernährung. Nicht nur, dass Welt-Vegetarier-Tag (1.10.), Welt-Rohkost-Tag (10.10.) und Welt-Vegan-Tag (1.11.) ziemlich dicht beieinander liegen und uns die Supermärkte seit kurzem wieder auf weihnachtliche Fressgelage einstimmen, die ARD nimmt den Welternährungstag (16.10.) zum Anlass für die Themenwoche "Essen ist Leben", zu ich bereits zwei Programmhinweise unter Termine eingetragen habe. Ein Argument für den Veganismus ist immer auch der hohe Aufwand an Ressourcen zur Herstellung von tierischen Lebensmitteln. Böden, Wasser und Getreide, die wir zu unsere Ernährung direkt verwenden könnten, werden aufgewendet, um sie an Tiere zu verfüttern, die wir dann essen. Aber selbst diese hohen Kosten, um pflanzliches in tierisches Eiweiß zu verwandeln, sind noch kein Grund für den Hunger in der Welt: allem voran steht ein großes Verteilungsproblem. Unser Verlangen nach billigen Produkten einschließlich Lebensmitteln lässt sich nur befriedigen, wenn auf Nachhaltigkeit, Gerechtigkeit und Fairness verzichtet wird. Seien es die Rinderherden selbst oder die großen Anbauflächen für Weizen und Soja, sie befinden sich in Regionen, in denen zwar das Klima geeigneter sein mag, aber ausschlaggebend ist, dass die Bevölkerung nicht die Möglichkeit hat sich ihrer Ausbeutung zu widersetzen. Finanzstarke Unternehmen eignen sich Landflächen an und rechtfertigen sich mit dem allseits beliebten Totschlagargument Arbeitsplätze zu schaffen. So lässt sich auch die ein oder andere Regenwaldrodung umsetzen. Die dort beheimateten Menschen arbeiten also für geringe Löhne auf den Feldern, um für unseren Wohlstand billige Lebensmittel zu erschaffen. Ihnen selber stehen diese nicht zur Verfügung. Sie produzieren also Nahrung, die sie nicht nutzen können.
Überschüssige Nahrung wird nicht verschenkt, sie wird vernichtet, alles andere würde die Preise/die Preisstabilität gefährden. Wie günstig die Nahrungsmittel für den Verkäufer sind, sieht man an den Mengen die regelmäßig entsorgt werden: Eher wird zu viel bereitgestellt als dass man die Nachfrage nicht befriedigen kann. Und trotz der hohen Ausschüsse zählen die Preise bei uns zu den niedrigsten im europäischen Vergleich, auch wenn der Deutsche sich kontinuierlich über steigende Lebensmittelkosten beschwert. In Köln konnte ich die hohen Überschüsse an den vielen Wochenmärkten sehen: Manche Stände verkauften nur Produkte, die in den Supermärkten und Discountern "über" waren, was an den Verpackungen leicht zu erkennen war. Aber selbst auf dem Weg wurde nicht alles veräußert.
Weitere Links: Future Policy (eng) bietet Lösungen für eine bessere Welt.
PS: Auch der Tag des Eis (8.10.) und der Welttierschutztag (4.10.) fanden vor Kurzem statt, bevor steht uns noch der Weltdiabetestag (4.11.). |
| „Wer so tut, als bringe er die Menschen zum Nachdenken, den lieben sie. Wer sie wirklich zum Nachdenken bringt, den hassen sie." Aldous Huxley |