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Der gesundheitliche Aspekt veganer Ernährung
oder
Warum wir vegan gesünder leben

Veganismus und Nährstoffversorgung
Die sogenannte ausgewogene Ernährung bedeutet für die Meisten, dass man von allem etwas und von nichts zu viel essen solle, in der Annahme, dass man dann von allen Nährstoffen etwas aufnimmt und von keinem zu viel. Was aber wo in welchen Mengen enthalten und verwertbar ist, was die Aufnahme eines Stoffs fördert oder behindert, wissen wir normalerweise nicht. Zudem kann sich Mangel auch durch Zusatzbelastung und Überversorgung mit anderen Stoffen ergeben. Tierische Produkte werden häufig mit dem Hinweis auf hohe Mengen bestimmter Nährstoffe befürwortet und dabei der Eindruck vermittelt diese Nährstoffe würden in anderen Nahrungsmitteln, besonders pflanzlichen, nur unzureichend oder gar nicht vorkommen. Viele Menschen sind erstaunt, dass Pflanzen Eisen und Eiweiß in ausreichender Menge bereitstellen.
Mangelerscheinungen sind kein veganes Phänomen, wie selbst die DGE am 15.9.2010 veröffentlichte. Der Markt an Nahrungsergänzungsmitteln und Vitaminpräparaten wäre nicht so riesig, wenn er sich an den verhältnismäßig kleinen Gruppen von Vegetariern und Veganern ausrichten würde. Die Anreicherung vieler (auch tierischer) Produkte mit Vitaminen und Mineralien lässt auf eine grundsätzliche Notwendigkeit schließen bzw. darauf schließen, dass auch diese Produkte nährstoffarm sind.  Das Streitobjekt Vitamin B12/Cobalamine ist ebenfalls vielfach zugesetzt und Mangel nicht nur unter Veganern bekannt. Außerdem ist strittig, ob eine Aufnahme wirklich nur mittels tierischer Produkte möglich ist oder ein natürlicher Umgang mit Nahrung (statt chemischem Anbau und extrem hygienischer Aufbereitung) diese nicht auch bietet. Siehe dazu diesen Bericht.
Letztendlich darf man nicht vergessen, dass die Richtwerte für durchschnittliche Nährstoffmengen anhand der Auswertung des Vorkommens in Menschen angefertigt wurden, die sich mit tierischen Produkten ernähren und vielleicht allesamt überversorgt sind. Es handelt sich um statistische Schätzungen und nicht um unweigerliche Ursache-Wirkung-Relationen: ein verhältnismäßig geringer Wert eines Vitamins kann sich bei einem Menschen negativ auswirken, bei einem anderen unkritisch bleiben, es spielen viele Faktoren eine Rolle. Siehe dazu diesen Bericht.

Hier eine weitere, aktuelle, wissenschaftlich belegte Darlegung der Nährstoffversorgung.

Konsum tierischer Produkte und Gesundheitsbeeinträchtigung
Tierische Produkte werden häufig mit dem Hinweis auf hohe Mengen bestimmter Nährstoffe befürwortet, dabei aber negative Nebeneffekte außer Acht gelassen. Die Auswirkungen des (erhöhten) Verzehrs tierischer Produkte sieht man immer sehr stark an Bevölkerungsgruppen und Nationen, die ihre vegetarische bis nahezu vegane Kost aufgeben, in vermeintlich erstrebenswerter Annäherung  an westliche, "zivilisierte" Ernährungs- und Lebensweisen und dabei ihre Gesundheit gegen unsere Riege an Zivilisationskrankheiten eintauschen. Studien belegen die Zusammenhänge von Ernährung und Gesundheit immer wieder. Ausschlaggebend für die Bedeutung als Nahrungsmittel darf nicht der hohe Anteil eines bestimmten Nährstoffs mit positivem Effekt sein, sondern muss die gänzliche Unbedenklichkeit für den Menschen sein. Eine dauerhaft gesundheitsbeeinträchtigende Ernährung zeigt ihre Auswirkung leider immer erst sehr viel später, so dass sich Zusammenhänge gar nicht erkennen lassen. Der Körper wird ständig, aber nicht gleichmäßig erneuert, so dass man alle paar Jahre rein von der Substanz her ein neuer Mensch ist, dadurch das absterbende, ausgediente Zellen ersetzt werden. Wie ein Haus, das man aus ungeeigneten Materialien aufgebaut und immer nur mit schlechten Baustoffen renoviert hat, häufen sich die Mängel auch beim Menschen erst mit steigendem Alter.

Fleisch, dass nicht mehr durchblutet wird stirbt ab, in recht kurzer Zeit. Die Verwesung setzt ein, was bedeutet, das Bakterien mit der Zersetzung beginnen, wobei giftige Substanzen entstehen. (Varianten dieser Gifte werden in Form von Botox als Nervengift eingesetzt.) Es sind eine Mengen von Maßnahmen notwendig, um durch Verarbeitung, besonders chemische oder thermische Einwirkung, die schädlichen und unappetitlichen Veränderungen an Fleischprodukten von der Schlachtung bis zum Verzehr zu vermeiden/unterdrücken/verzögern. Sowohl die Verwesung als auch die notwendige Behandlung zur Bakterienabwehr lassen kein gesundes Nahrungsmittel zurück.

Tierische Produkte weisen zudem einen hohen Anteil an Eiweißen und Fetten auf, welcher unser Verdauungssystem und Körper überlastet, unabhängig davon, dass dies zwei lebensnotwendige Nährstoffe sind:

Fette werden langsam abgebaut, der Vorgang kann mehrere Tage dauern. Fett blockiert große Mengen andere Nährstoffe, sowie Enzyme, Blutzellen und eben auch Insulin. (Verbildlichen lässt sich das mit der Vorstellung eines Murmelglases, in das ein bisschen Öl getropft wird. Nach dem Schütteln und vermischen der Murmeln ist jede mit Öl überzogen und schwer zu reinigen.) Fett ist geschmacklos und sehr kalorienreich,  ein Überessen erfolgt sehr leicht. Die in tierischen Fetten enthaltenen Cholesterine und gesättigte Fettsäuren werden vom Körper nicht benötigt und können nicht verwendet werden. Sie müssen ausgeschieden werden und lagern sich ebenfalls an.

Eiweiße haben grundsätzlich die Eigenschaft sich ab Temperaturen über 42° C unwiderruflich zu verändern, so dass sie eher Fremdkörper als Nahrungsmittel darstellen. Da insbesondere tierische Eiweiße erhitzt verzehrt werden, ist der Anteil unbrauchbarer Bausteine besonders hoch. Tierische Eiweiße enthalten viele schwefelhaltige, also saure Aminosäuren, wodurch eine Senkung des ph-Werts im Körper bewirkt wird. Um diesen auf gesundem Niveau leicht basisch zu halten, werden alkalische Mineralien benötigt. Werden diese nicht in ausreichender und brauchbarer Menge über die Nahrung aufgenommen, wir auf die Speichern im Körper, wie Knochen und Zähne, zurückgegriffen. Ein hoher Anteil an Calcium in der Milch ist also nicht zwangsläufig ein Gewinn, da es zur Neutralisierung der Abbauprodukte der gleichzeitig aufgenommenen tierischen Eiweiße benötigt wird.

Auch die DGE rät von einer übermäßigen Eiweißaufnahme ab und versucht den Irrglauben aufzuklären, dass Sportler erhöhten Eiweißbedarf hätten, der nur mit tierischer Nahrung zu decken  sei. Sie weist besonders auf die negativen Folgen des Verzehrs (hoher) Mengen an tierischen Eiweißen (besonders in frühen Lebensjahren) hin.

Vorteile pflanzlicher und veganer Ernährung
Das Potential rein pflanzlicher Nahrung offenbart sich in den größten Landlebewesen. Aber auch unsere nächsten Verwandten, wie Orang-Utans und Gorillas, gedeihen aus dem hauptsächlichen Verzehr von Blättern und Früchten. Muskelmassen entstehen nicht durch erhöhte Nahrungsaufnahme, sondern durch Muskelbelastung.
Die Bio-Chemie und der Verdauungsapparat der einzelnen Arten bestimmt wie gut sie aus einzelnen Nahrungsquellen die benötigten Stoffe ziehen können ohne durch andere Bestandteile  und Abbauprodukte beeinträchtigt zu werden. Der Verdauungsapparat des Menschen, seine Enzyme, ph-Werte, Toleranzgrenzen für bestimmte Stoffe sind optimal auf eine kohlenhydratlastige, wasserhaltige und alkalische/basische Nahrung ausgelegt, wie wir sie in Pflanzen, speziell Früchten, finden. Vitamine und Mineralien sind reichlich in natürlicher Form vorhanden; Fett und Eiweiß sind in ausreichender Menge vorhanden, aber nicht übermäßig.

Nebeneffekte:
Aus der Absicht Speisen und Produkte zu meiden, die tierische Bestandteile enthalten, steigt das Verständnis für Zutaten und Inhaltsstoffe. Veganer neigen dazu die Herkunft und den Nutzern diverser Zutaten zu hinterfragen.

Gezielt vegane Produkte sind häufig Bio-Produkte, da die Hersteller meist ein ganzheitliches Bild verfolgen, was Gesundheit und den Umgang mit unserer Umwelt betrifft.

Auch wenn es immer mehr vegane (Fertig-)Produkte gibt, ist der Anteil selber zubereiteter Speisen  recht hoch, wodurch die Nahrung in der Regel durch Frische, weniger Zusatzstoffe und weniger Verarbeitungsschritte hochwertiger ist.

Ästhetik und Psychologie
Fleisch ist im einfachsten Fall ein Körper-/Leichenteil, eine Innerei, von Körpersäften befreit und gereinigt. Um aber nicht auf zu vielen Schlachtabfällen wie Knorpel, Sehnen, Haut, Adern usw. sitzen zu bleiben, hat die Industrie auch Wege gefunden in Form von Gehacktem, Würsten, Formfleisch und Gelatine den Menschen diese schmackhaft zu machen. Tod und Sterben sollen ein Stück Lebenskraft darstellen?

Wir kämen nie auf die Idee nach dem Abstillen wieder die Milch unserer Mutter und erst recht nicht die Milch anderer Frauen zu trinken, halten es aber für normal und gesund als Erwachsene artfremde Milch, meist auch geschmacklich aufbereitet, zu verzehren.

Eier von Vögeln sind, wie die aller anderen Lebewesen auch, Fortpflanzungsprodukte.

Der rote Farbstoff E 120 besteht aus befruchteten Läusen.

Wir kleiden uns mit fremden Häuten und Haaren.

Wir parfümieren uns mit tierischen Hormonen und Sekreten wie Moschus.

 

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„Tiere sind meine Freunde... und meine Freunde esse ich nicht.“

George Bernard Shaw